Ich sitze im Büro, als mein Kollege plötzlich ausruft: "Da unten läuft
Kai Diekmann!" Er ist es tatsächlich, man erkennt ihn auch vom vierten Stock aus mühelos an seiner Frisur, die in der Sonne glänzt wie ein Mistkäfer, und er geht so schnell Richtung Axel-Springer-Komplex, dass man durchaus von "laufen" sprechen kann. (Die Mann neben ihm, haartrachtmäßig kurz vor der Halbglatze, kann ihm kaum folgen.) Diekmann trägt zur schwarzen Hose einen sehr kurzen beigen Mantel, bestimmt Kamelhaar, und eine berstende Aktentaschen, die mehrmals von seiner rechten in die linke Hand andert und wieder zurück, so schwer scheint sie zu sein. Ich mache noch eine flapsige Bermerkung darüber, dass man als Bild-Chef ja toll spät zur Arbeit erscheinen könne, aber mein Kollege erwidert: "Ne, ne, der kommt bestimmt vom Anwalt." Er weiß es sicher besser, schließlich hat er mal für den Laden gearbeitet. Übrigens muss er auf das AS-Gebäude gucken, mein Blick fällt dagegen auf zwei wunderhübsche Abrisshäuser.